Jungpriester aus den eigenen Reihen der Schützenbruderschaft St. Marien Eggerode

Schützenbruder Sebastian Frye als Kaplan in Ibbenbüren im Einsatz

 

Für die Schützenbruderschaft ist es das erste Mal, dass ein Mitglied aus den eigenen die Laufbahn des Priesters einschlägt. Und auch für den Marien-Wallfahrtsort Eggerode ist es schon eine ganze Weile her: Genau vor 117 Jahren folgte der letzte Eggeroder seiner Berufung zum Priester.  Schützenbruder Sebastian Frye wurde am diesjährigen Pfingstfest im Hohen Dom zu Münster zum Priester geweiht. Neben ihm empfingen noch sieben weitere Diakone die Priesterweihe durch Bischof Dr. Felix Genn.

Am Folgetag konnte er seine Primiz (die erste Messfeier als Priester) in der Herz-Jesu-Kirche in seiner bisherigen Einsatzgemeinde in Münster Sankt Mauritz feiern. Gleichzeitig wurde es für ihn der Abschiedsgottesdienst in dieser Gemeinde. Am Sonntag darauf (22. Mai) fand schließlich die Heimatprimiz in Eggerode statt.

Geboren 1988 im Coesfelder Krankenhaus und aufgewachsen in Eggerode, ist er das jüngste von drei Kindern. Beruflich zogen seine Eltern 1977 in den Wallfahrtsort, wo er seitdem den Dienst des Küsters und Organisten sowie den des Wallfahrtsassistenten ausübt und sie das Devotionaliengeschäft an der Kirche betreibt.

Nach Kindergarten und Grundschule in Eggerode besuchte Sebastian Frye die Bischöflichen Canisiusschule in Ahaus und erlangte dort 2008 sein Abitur. Sein Studium absolvierte er an der Westfälischen Wilhelmsuniversität in Münster, davon seine zwei Auslandssemester 2010/11 an der Franciscan School of Theology, einer Hochschule in Berkeley (Kalifornien). Daneben standen Praktika in karitativen Einrichtungen und Kirchengemeinden sowie Schulungs- und Exerzitienfahrten ins Heilige Land auf dem Ausbildungsprogramm. Schließlich wurde Frye im vergangenen Jahr zum Diakon geweiht und leistete nach einjährigem Praktikum in der Gemeinde St. Mauritz in Münster auch dort sein Gemeindejahr als Diakon ab. Seine pastoralen Aufgaben umfasste unter anderem den Religionsunterricht an der örtlichen Realschule, die Firmkatechese die Messdienerarbeit und die Spendung von Krankenkommunionen. Ständig wechselnde Einsatzorte zogen auch immer wieder Wohnungs- und Wohnortswechsel mit sich. Ein „richtiges Ankommen“ und Freundschaften aufzubauen war unter diesen Umständen eine echte Herausforderung. Trotz vieler Umzüge – der Schützenbruderschaft St. Marien ist er in den ganzen Jahren treu geblieben. Er engagierte sich besonders bei der Organisation des Kinderschützenfestes. Wann auch immer es ihm heute möglich ist, nimmt er am jährlich stattfindenden Eggeroder Schützenfest teil, für ihn stets eine Gelegenheit, viele Schützenbrüder und seine Freunde zu treffen, die sonst von Berufswegen teilweise weit verstreut wohnen. So wunderte es auch nicht, dass mehrere hundert Menschen, darunter viele Wegbegleiter, mit ihm und seiner Familie seine Heimatprimiz auf dem Freialtargelände des Kirchplatzes feierten. Neben einer langen Reihe von persönlichen Gratulanten sprach der Brudermeister der Schützenbruderschaft Heinz Fleige stellvertretend für alle örtlichen Vereine und Gruppierungen und richtete ihm die besten Glückwünsche aus. Er überreichte ihm symbolisch eine Erinnerungsurkunde mit Emblemen der Eggeroder Vereinswelt und zeigte so die Verbundenheit der Bevölkerung zum Neupriester Frye. Seit Anfang Juni hat er nun seine neue Stelle als Kaplan in der Gemeinde Ibbenbüren St. Mauritius- Maria Magdalena angetreten, einer Pfarrgemeinde mit rund 13.000 Katholiken. Neben den obligatorischen Tätigkeiten als Priester ist er hier besonders in der Jugendseelsorge eingesetzt.